III Anforderungsniveau

Das Anforderungsniveau des Berufes ist im Bildungsplan (Teil A, Handlungskompetenzen) im Rahmen von Taxonomiestufen (K1 – K6) bei den Leistungszielen detailliert festgehalten.

Anforderungsniveau und Erläuterung zur Handhabung des Bildungsplans

In der Grundbildung zu Interactive Media Designern EFZ und für das Verständnis dieses Bildungsplans sind die folgenden vier Punkte wichtig:

1)

Die Auszubildenden müssen am Ende ihrer Ausbildung über Kompetenzen verfügen, mit denen sie die beruflichen Anforderungen beherrschen können. Diese Anforderungen setzen sich je nach Arbeitsschritten, Aufträgen oder Arbeitsorten aus drei unterschiedlichen Teilen zusammen, welche entsprechenden Kompetenzen voraussetzen:
 

  • Es müssen fachliche Anforderungen bewältigt werden, wie etwa Arbeiten planen, Recherchen durchführen oder Inhalte spezifizieren. Dazu braucht es Fachkompetenzen. Interactive Media Designer EFZ verfügen am Ende ihrer Berufslehre über Fachkompetenzen, wie sie in den Seiten 6 bis 9 beschrieben sind.
     
  • Um eine gute persönliche Arbeits- und Lernorganisation, eine geordnete und geplante Arbeit und einen sinnvollen Einsatz der Arbeitsmittel sicherzustellen, braucht es Methodenkompetenzen. Es sind dies bei den Interactive Media Designern EFZ (vgl. genauer Seite 53):
    – Arbeitstechniken und Problemlösen
    – Prozessorientiertes, vernetztes Denken und Handeln
    – Lernstrategien für das lebenslange Lernen
    – Kreativität
     
  • Es müssen zwischenmenschliche Anforderungen bewältigt werden, wie etwa im Umgang mit den Vorgesetzten, mit Mitarbeitenden, mit Kunden oder mit Behörden. Dazu braucht es Sozial- und Selbstkompetenzen. Sie ermöglichen den Interactive Media Designern EFZ, bei Herausforderungen in Kommunikations- und Teamsituationen sicher und selbstbewusst zu handeln. Dabei stärken sie ihre Persönlichkeit und sind bereit, an ihrer eigenen Entwicklung zu arbeiten. Es sind dies bei den Interactive Media Designern EFZ (vgl. genauer Seiten 53 und 54):
    – Eigenverantwortliches Handeln
    – Kommunikationsfähigkeit
    – Konfliktfähigkeit
    – Teamfähigkeit
    – Umgangsformen und Auftreten
    – Belastbarkeit
    – Ökologisches Verantwortungsbewusstsein und Handeln
2)

Die Bildungsziele werden auf drei Ebenen mit Handlungskompetenzbereichen, Handlungskompetenzen und Leistungszielen konkretisiert.
 

  • Mit den Handlungskompetenzbereichen werden in allgemeiner Form die Themengebiete und die Kompetenzen der Ausbildung beschrieben und begründet, warum diese für Interactive Media Designer EFZ wichtig sind.
     
  • Handlungskompetenzen konkretisieren die Handlungskompetenzbereiche und beschreiben Einstellungen, Haltungen oder übergeordnete Verhaltens eigenschaften der Lernenden.
     
  • Mit den Leistungszielen wiederum werden die Handlungskompetenzen in konkretes Handeln übersetzt, das die Lernenden an den drei Lernorten zeigen sollen.

Die Handlungskompetenzbereiche und die Handlungskompetenzen gelten für alle drei Lernorte, die Leistungsziele sind spezifisch für die Lernorte Berufsfachschule, Betrieb und überbetriebliche Kurse formuliert.

3) Mit den Leistungszielen zusammen werden an den drei Lernorten die Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen gefördert. Sie stellen zu dritt jeweils ein Kompetenzbündel dar. Die Berufsfachschule schafft Verständnis und Orientierung, die Lernorte Betrieb und die überbetrieblichen Kurse befähigen im Wesentlichen zum praktischen beruflichen Handeln.
 
4) Die Angabe der Taxonomiestufen bei den Leistungszielen an den drei Lernorten dient dazu, das Anspruchsniveau dieser Ziele sichtbar zu machen. Es werden sechs Kompetenzstufen unterschieden (K1 bis K6), die ein unterschiedliches Leistungsniveau zum Ausdruck bringen. Im Einzelnen bedeuten sie:
 

Taxonomiestufen

K1 Wissen
Informationen wiedergeben und in gleichartigen Situationen abrufen (aufzählen, nennen).
Beispiel: Interactive Media Designer EFZ nennen die physikalischen Bedingungen der visuellen Wahrnehmung.
 
K2 Verstehen
Informationen nicht nur wiedergeben, sondern auch verstehen (erklären, beschreiben, erläutern, aufzeigen).
Beispiel: Interactive Media Designer EFZ erklären Modelle und die geschichtliche Entwicklung der visuellen Kommunikation hinsichtlich gestalterischer Aufgaben.
 
K3 Anwenden
Informationen über Sachverhalte in verschiedenen Situationen anwenden.
Beispiel: Interactive Media Designer EFZ setzen Farbe als Navigationsinstrument ein.
 
K4 Analyse
Sachverhalte in Einzelelemente gliedern, die Beziehung zwischen Elementen aufdecken und Zusammenhänge erkennen.
Beispiel: Interactive Media Designer EFZ erkennen und analysieren die durch die Medien vermittelten Informationen in Bezug auf Inhalt, Aussage, Verbreitung und Wirkung.
 
K5 Synthese
Einzelne Elemente eines Sachverhalts kombinieren und zu einem Ganzen zusammenfügen oder eine Lösung für ein Problem entwerfen.
Beispiel: Interactive Media Designer EFZ entwickeln und gestalten Botschaften adressatenbezogen.
 
K6 Bewertung
Bestimmte Informationen und Sachverhalte nach Kriterien beurteilen.
Beispiel: Interactive Media Designer EFZ beurteilen die Eigenschaften gestalterischer Arbeiten in Bezug auf die inhaltliche Aussage und den gestalterischen Ausdruck.

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